Sonntag, 25. November 2007

Literaturtipp: 2500 Kilometer zu Fuß durch Europa von Thomas Bauer


2500 Kilometer hat Thomas Bauer in 69 Tagen zu Fuß zurück gelegt. Von Konstanz über die Schweiz, Südfrankreich, das Baskenland und Nordspanien bis nach Santioge führte in der Jakobsweg vor allem zu sich selbst. Angenehm fandi ich das dieser Reiseführer eher ein persönlicher Erlebnisbericht darstellt der sehr anschaulich den Weg beschreibt und Lust mach, selbst los zu laufen.

Montag, 24. September 2007

Von Marktoberdorf nach Kempten

Der letzte Tag und wahrscheinlich letzte Etappe in diesem Jahr soll mich nach Kempten führen. Nocheinmal 28km. Zu meinem Erstaunen stelle ich fest:
Das Wetter ist wieder besser geworden und die Füße sind nicht schmerzfrei, aber es
wird täglich besser. Wahrscheinlich könnte ich jetzt noch ein paar Tage weiterlaufen.

Mein Ziel heute: ich möchte möglichst schnell nach Kempten um mit dem Zug noch rechtzeitig vor dem zu Bett gehen meiner Kinder in Müchen anzukommen.
So ähnlich ist auch die Strecke heute. Relativ unspektakulär ziehen sich die knapp 30km erst relativ lange an einer Bundesstraße dahin und dann schnurgerade durch als Forstweg durch einen Wald. Landschaftlich zwar ganz nett - aber inzwischen war ich doch etwas verwöhnt.

Was aber auffiel, die Bevölkerung setzte sich mit dem Thema Jakobsweg auseinander. Man wird ziemlich oft von Tafeln, kleinen Plastiken etc. als Pilger angesprochen.
Und ich habe einen weiteren Pilger getroffen. Wir begneten uns am Frühstückstisch und danach alle 10km. Er hies Kai, ist Risiko-Controller und geht den Weg zwischen 2 Jobs um etwas Abstand vom bisherigen Job zu bekommen. Ich vermute das ein Großteil der Menschen auf dem Weg genau dieses Motiv haben.
Sichtlich müde bin ich gegen 16 Uhr in Kempten und dank der Deutschen Bahn um 19 Uhr zuhause bei meiner Familie.

Fazit der Tour: Jederzeit wieder. Alleine die letzten 4 Tage war gefühlter Abstand vom Alltag mindestens 14 Tage Urlaubszeit.

Regen und eine Engelserscheinung: Von Lechbruck nach Marktoberdorf

Am folgenden Morgen geht es mir deutlich besser. Ausgeschlafen und frohen Mutes mache ich mich auf den Weg von Lechbruck nach Marktoberdorf.

Einziges Problem heute: es regnet. Es regnet sogar relativ heftig. Das Schöne daran:
endlich kann man die komplette Ausrüstung testen. Das weniger Schöne: Ich stelle fest das meine Ausrüstung einen längeren Landregen nicht wirklich lange standhält.

Trotzdem quäle ich mich auf den Auerberg, der ja einen sagenhaften Rundumblick bieten soll. Davon ist allerdings bei dem Wetter eigentlich nichts zu sehen. Erschöpft und durchnäßt erreiche ich die Berggastronomische Einheit und wärme mich bei Tee und Suppe. Neben der Nässe muss ich feststellen das es empfindlich kühl geworden ist.
Den Rest des Tages regnet es einfach genauso weiter. Alles an mir ist nass und tropft. Alle Kleidungsstücke habe ich einmal durchnässt. Es fehlen mir noch ca. 8km die ich in einem verbissenen Dauerwanderschritt einfach hinter mich bringen möchte, als ich auf freiem Feld auf einem Forstweg und im strömenden Regen einer jungen Dame begegne die mich tatsächlich bei der Gelegenheit fragt: "können sie mich fotografieren". Was ich selbstredend gerne tat. Als diese junge Dame mir auch noch eröffnete das Sie nach Marktoberdorf fährt - kann ich einfach nicht anders ich steige in das Auto und bringe die letzten Kilometer zügig und eingermaßen trocken hinter mich.

In Marktoberdorf komme ich zwar durchnässt aber einigermaßen fit um ca. 15:30 an und habe so einen schönen Nachmittag und Abend den ich in einer losen Folge von Cafes, Tees, Käsekuchen, Käsespatzen etc. höchst angenehm verbringe.

Erkenntnis des Tages: Mann muss die Dinge nehmen wie sie kommen.

Sonntag, 23. September 2007

Tag der Schmerzen: Von Rottenbuch nach Lechbruck


Die Strecke am 5. Tage führt mich von Rottenbuch über die Wieskirche und das Premer Moor nach Lechbruck.

Ausgelaugt vom Tag gestern und von einer sehr unruhigen Nacht, starte ich den Tag lustlos und ohne Leidenschaft. Leider muss ich auch feststellen, das der erste Schritt am Morgen genauso schmerzhaft ist als der letzte am Abend zuvor.

Die Wieskirche (übrigens ein UNESCO Weltkulturerbe) bietet den ersten willkommenen Anlass für eine Rast. Danach entscheide ich mich leider für die falsche Abzweigung, bzw. ich war mir unsicher welche Richtung ich einschlagen sollte und entschied mich einfach für eine Richtung anstatt Einheimische zu befragen oder nach anderen Infoquellen zu suchen. Nun, ich muss das nicht extra erwähnen - es war natürlich die falsche Entscheidung und so durfte ich trotz meiner Unlust und Schmerzen beim gehen zu meiner 26km Strecke auch noch einen Umweg von ca. 4 km hinzuadieren.

Gegen Abend besserte sich Gott sei Dank meine Laune - die Verfassung meiner Füße allerdings nicht. Ich gehe wie ein alter Mann und nur meine Stöcke haben mich überhaupt nach Lechbruck gebracht. In Lechbruck selbst musste ich feststellen das der erste Gasthof schon voll war und der zweite einen Ruhetag hatte. Der dritte zu dem mich gnädigerweise eine Dame aus dem Ort mit dem Auto fährt, verlasse ich für den Rest des Abends nicht mehr.

Fazit des Tages: Sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen führt zwar auch zum Ziel, allerdings nicht immer auf direktem Wege.

4. Tag: Von Wessobrunn nach Rottenbuch


Endlich kann ich ein paar Tage am Stück wandern. Allerdings eine ganze Woche Zeit habe ich mir dann doch nicht genommmen, aber immerhin 4 Tage bis nach Kempten möchte ich gehen. Das sind etwas über 100km von Wessobrunn.

Erstmal muss ich bis Rottenbuch kommen. Der Rucksack ist gepackt - das Wetter großartig sonnig, die ersten 12 km bis zum Hohenpeisenperg vergehen wie im Flug.

Interessant übrigens wie die Fürbitten gläubiger Katholiken sich heute anhören. Einen kleinen Einblick konnte ich in einem Buch das in der Wallfahrtskirche auf dem Hohenpeißenberg auslag, erhalten: Neben zu erwartenden Bitten gegen Krankheiten, Alter etc. liest man hier auch Dinge wie: "liebe Maria bitte mach alle Mobilfunkmasten weg..."

Beim Abstieg vom Hohenpeisenberg muss ich leider feststellen, dass trotz neuer Schuhe das Bergabwandern eine relativ schmerzhafte Angelegenheit ist und ab km 15 melden sich auch heute wieder die ersten Druckstellen. Ein Fussbad in der folgenden Ammerschlucht bringt etwas Erholung. Apopro Ammerschlucht: Ein wirklich schönes Stück Gebirgflusslandschaft - vor allem der anschließende Wanderweg nach Rottenbuch war von bezaubernder Romantik. Bisher neben der Isar mein absolutes Naturhighlight auf der Tour.


Gegen 19 Uhr erreiche ich völlig erledigt endlich Rottenbuch. Quatiere mich in die erstbeste Pension ein (€ 30,- incl. Frühstück). Esse im Gasthof ein schweres Mahl und trinke 2 Bier dazu. Mehr war von diesem Abend nicht mehr zu erwarten.

Erkenntnis des Tages: Auch mit Hightech-Ausrüstung und neuen Schuhen, 26km bleiben anstrengend und vor allem gegen Abend kann ich keinen einzigen schmerzfreien Schritt mehr machen.

Mittwoch, 29. August 2007

3. Tag: In Hightech nach Wessobrunn

Etwas gehandikapt weil ich mal wieder mit meinem geschädigten Fuß umgeknickt bin dafür aber komplett in Microfaser gewandet ging ich den letzten Test an und wanderte von Herrsching zum Kloster Wessobrunn.

Mit Rücksicht auf den dicken Knöchel habe mich entschieden von Herrsching nach Dießen das Schiff zu nehmen und stand pünktlich um 09:30 am Steg für die 1. Überfahrt des Tages.



Danach waren es nur noch lockere 12km - ein Klacks!


So das ich bereits um 14 Uhr noch ziemlich fit in Wessobrunn ankam.


Erkenntnis des Tages: Microfaser und neue Wanderschuhe nehmen einen das Laufen zwar nicht ab - aber erleichtern es tatsächlich teilweise. Mit Rucksack schwitzt der Rücken natürlich trotzdem aber das Hemd wird doch deutlich schneller wieder trocken.
Abgesehen davon es trägt sich ganz angenehm. Ich befürchte nur: wenn ich 7 Tage unterwegs sein werde und nur eine Garnitur habe, werde ich nach der Woche wandern sehr männlich duften.

Begegnung des Tages: ich habe die ersten Pilger getroffen die denselben Weg gehen wie ich und ein kleines Schwätzchen über die richtige Richtung gehalten. Die Damen hatten hoffnungslos viel Gepäck dabei (ich würde sagen 15 kg waren das locker) und hatten zu allem Überfluss erhebliches Übergewicht. Mich würde interessieren in welchem Zustand die beiden ankamen.

Samstag, 18. August 2007

Shopping: Outdoor-Ausrüstung

Also gut, dann gehen wir mal einkaufen. In meinem Fall waren es:

1 Paar Salomon Trekkingschuhe für € 89,95
2 Paar Trekkingsocken: AirForce 1 von X-Socks für je 21.95 als gesamt: € 43,90
Eine Wanderhose von OCK für € 39,95
Sports Underwear von odlo (Unterhose + Shirt): € 44,95
Sowie ein Trekkinghemd ebenfalls von odlo für € 59,95

Insgesamt also:€ 278,70

Nicht schlecht für einen etwas längeren Spaziergang!

Frage des Tages: Das waren immerhin mal rund 550,- DM. Wie um Himmels Willen haben das die frühen Pilger finanziert?

2. Tag: von Kloster Schäftlarn nach Kloster Andechs

Wie weit sind eigentlich 25km zu Fuss? Schaffe ich das überhaupt und falls doch - wie geht es mir bzw. meinen Füssen danach? Die 2. Tagesetappe sollte eine Art Generalprobe darstellen und führte mich von Kloster Schäftlarn, vorbei am Starnberger See, zum Kloster Andechs.



Bis Kilometer 15 ging eigentlich alles ganz gut. Ab da wurden allerdings die Blasen an den Füßen, die sich ab Kilometer 10 angeküdigt haben langsam zur Gewissheit. Die letzten 6 Kilometer waren eine einzige Qual!

Aber immerhin - ich war zwar völlig erschöpft und jeder Schritt war schmerzhaft aber ich bin angekommen. Das Ergebnis: Zwei große Blasen am Fuss rechts und eine am linken Fuss und einen völlig erschöpften Körper. Die Vorstellung ich müsste am kommenden Tag nochmals 25km laufen erscheint mir vollkommen absurd. Alternativ verbringe ich ihn diesmal auf dem Sofa!

Erkenntniss des Tages: Ich benötige unbedingt eine vernünfitge Outdoor-Ausrüstung. Mit alten Wanderstiefeln, Baumwollsocken und in Jeans kommt man zwar auch an - aber wenn ich wirklich mehrere Tage solche Strecken zurücklegen möchte brauche ich jede Menge High-Tech!

Sonntag, 15. Juli 2007

Vom Marienplatz München zum Kloster Schönbrunn


Die 1. Etappe führt vom Marienplatz München entlang der Isar bis zum Kloster Schönbrunn. Eine sehr abwechslungsreiche Etappe die ich mit meiner Familie in mehreren Sonntagnachmittagen sehr gemütlich bewältige. Im Bild der erste Wegweiser nach Santiago! Sollte ich bei meinem Plan bleiben werden mich diese Wegweiser die nächsten Jahre begleiten.

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Wahrscheinlich die einzige Etappe mit Familie.

Resulat der 1. Etappe: Ich liebe einen Fluss!

Handicap 2007


Leider kein gutes Omen, aber ich starte das 1. Jahr mit einem Handicap bzw. einem Bänderriss den ich mir Anfang April eingebrockt habe nachdem ich ca. 5 Minuten mit meinem Sohn Ball gespielt habe...

Die Schiene sollte das Fussgelenk stabilisieren, bin trotzdem auch nach einigen Monaten gespannt ob das Gelenk belastbar sein wird.

Montag, 18. Juni 2007

Ziele 2007


Mein Ziel für dieses Jahr: in 2007 gehe ich den Münchner Jakobsweg der mich von München bis Bregenz bringen soll. Dafür werde ich lt. Wanderführer von Monika Hanna 10 Tage brauchen an denen ich jeweils ca. 25km pro Tag zurücklege. Insgesamt eine Strecke von rd. 250km. Ich finde das ist weit genug für die erste Etappe meines Weges. Einen Großteil der 10 Tage plane ich im September zurückzulegen. Da ich dort aber max. 7 Tage Urlaub haben werden, muss ich die ersten 3 Tagestouren als Einzelwandertage im voraus zurück legen.

Übrigens der Wanderführer "Der Münchener Jakobsweg" von Monika Hanna ist sein Geld absolut wert! Alle Tagestouren werden ausreichend genau beschrieben und zu den einzelnen Stationen gibt es zusätzlich einen kleinen historischen Abriss.
Prädikat: empfehlenswert.

Viele Infos zum Weg übrigens auch online unter www.hanna-jakobsweg.de